Ratgeber Kinderbetreuung

7 Tipps für den ersten Babysitter

vom 03. January 2019
Oftmals fühlen sich Eltern verloren, wenn sie ihr Kind zum ersten Mal einen Babysitter brauchen. In solch einer Situation tauchen dann meist ganz generelle Fragen auf wie „Wo finde ich überhaupt einen Babysitter?“ und „Wie erkenne ich einen guten Babysitter?“. Aber auch bei spezifischeren Fragen wie „Darf die 14-jährige Nachbarin das Kind auch nachts betreuen?“ sind anonyme Foren oft überfordert und es gibt oftmals falsche Auskünfte. Dieser Ratgeber gibt Tipps und bietet Eltern einen Leitfaden von der Suche bis hin zur ersten Betreuung des Kindes durch den Babysitter.

Tipp 1: Ab wann kann ich welchen Babysitter für mein Kind einsetzen?


Säuglingsbetreuung ab einem Alter von etwa 14 Wochen möglich


Viele Eltern sind besorgt, ob ihr Kind noch zu jung ist, um in fremde Hände gegeben zu werden. Grundsätzlich gibt es keine fixe Altersschwelle, ab wann man ein Kind in die Obhut eines Babysitters geben kann. Dies ist sehr stark vom Kind abhängig. Experten beschreiben, dass das Kind zumindest einen eigenen Tagesrhythmus entwickelt haben sollte, was häufig nach etwa drei Monaten der Fall ist. Bei noch sehr kleinen Kindern im Säuglingsalter ist es empfehlenswert, zudem ausreichend Zeit für eine Kennenlernphase einzuplanen. Die Länge dieser Kennenlernphase hängt davon ab, wie gut sich die Betreuungssituation zwischen Babysitter und Kind einpendelt. 


Erfahrung des Babysitters und umfassende Kennenlernphase als Erfolgsfaktoren


Darüber hinaus sollte man darauf achten, dass der Babysitter schon ausreichend Erfahrung mit Säuglingen mitbringt. Dies gilt nicht nur in Bezug auf alltägliche Dinge wie Wickeln und Füttern, sondern insbesondere auch hinsichtlich einer gewissen Sicherheit und Souveränität in Momenten, in denen ein Säugling schreit. Um hierfür ein Gefühl zu bekommen ist es wichtig, dem Babysitter im Interview-Gespräch (vgl. Punkt 4) die richtigen Fragen zu stellen. Nach einer Kennenlernphase zwischen Babysitter und Kind und gemeinsamen ?Trockenübungen?, beispielsweise Ins-Bett-Bringen, während die Eltern ebenfalls Zuhause sind, bekommt man als Elternteil meist ein gutes Gefühl, ob Babysitter und Kind für eine erste Betreuung bereit sind. 

Hier gilt: nichts überstürzen, sonst kann die Betreuungszeit für Eltern in einer sorgenvollen Tortur enden (auch wenn das Kind gerade seelenruhig Zuhause schläft).



Tipp 2: Wo und wie suche ich am besten nach einem Babysitter?


Suche im Freundeskreis oft wenig erfolgreich


Die erste Anlaufstelle auf der Suche nach einem Babysitter ist in der Regel der Familien- und Freundeskreis. Doch meist sind es insbesondere persönlich empfohlenen Babysitter, die bereits alle Hände voll zu tun haben und für neue Familien nur selten die nötige Zeit aufwenden können. 


Fehlende Qualitätssicherung bei Babysittern aus lokalem Umfeld


Eine weitere Möglichkeit ist die Suche in der unmittelbaren Nachbarschaft. Vielleicht kennt der Nachbar oder Vermieter jemanden, der passen könnte? Auf den ersten Blick wirkt ein Babysitter aus derselben Straße oder Nachbarschaft besonders vertrauenswürdig. Dies beruht allerdings auf einem Denkfehler, nachdem wir Personen schneller vertrauen, die uns ähnlich sind oder ähnliche Merkmale aufweisen (wie bspw. im selben Stadtviertel zu wohnen). Also: wie kann ich mir sicher sein, dass die Person aus der Nachbarschaft aus den richtigen Gründen auf mein Kind aufpassen möchte - und nicht erst vor ein paar Wochen die Kündigung von einer anderen Familie erhalten hat, weil sie die Kinder schikaniert und nachts erschreckt hat (so ist es leider der Familie der Autorin passiert)?


Hoher Zeitaufwand bei der Suche mit Anzeigen und Aushängen


Als weitere Möglichkeiten gibt es Anzeigen und Aushänge bei Kinderärzten, Kindergärten oder in Zeitungen und Zeitschriften. Jedoch weiß man auch hier in den seltensten Fällen, wer hinter der entsprechenden Anzeige steckt. Dadurch verbringen Eltern sehr viel Zeit mit Interviews und Treffen von unterschiedlichen Babysittern, bis sie endlich denjenigen gefunden haben, der zuverlässig, vertrauenswürdig, empathisch und auch noch für die Altersgruppe des Kindes geeignet ist.


Große Qualitäts- und Preisunterschiede bei bestehenden Online-Plattformen


Zuletzt gibt es noch Angebote von Online-Plattformen. Hier ist das Angebot sehr heterogen und die bestehenden Plattformen unterscheiden sich in der Qualität sehr stark. So gibt es Plattformen, auf denen sich jeder ungeprüft als Babysitter registrieren und seine Dienste anbieten kann und somit keinerlei Qualitätssicherung stattfindet. Zudem haben einige Online-Plattformen hohe Gebühren für eine monatliche Nutzung oder eine einmalige Vermittlungsleistung. 


Checkliste zum Vergleich von Online-Portalen


Im Folgenden haben wir eine Checkliste zusammengestellt, auf die man bei der Wahl des Online-Portals achten sollte:


Qualitätssicherung des Angebots/ der Kinderbetreuer

  • Ausweiskontrolle
  • Persönliche Interviews/ Prüfung der Qualifikation
  • Prüfung von Referenzen und/oder echte Bewertungen anderer Eltern
  • Prüfung des erweiterten Führungszeugnisses 


Sicherstellung der Aktualität und Verfügbarkeit des Angebots

  • Pflege und Vorhalten von Verfügbarkeitsübersichten
  • Ausschluss von Datenbankleichen


Entscheidungssouveränität der Eltern

  • Vereinbarung von persönlichen Kennenlernterminen (vgl. Punkt 3)
  • Auswahl des Babysitters durch Eltern und nicht Zuteilung durch Plattform


Faire Preispolitik

  • Zahlung nur bei erfolgreicher Vermittlung
  • Faire Vergütung der Babysitter 


Das Ziel von Nannio ist es, all diese Punkte zu erfüllen und Eltern den Zugang zu vertrauensvollen, erfahrenen und liebenswürdigen Babysittern zu erleichtern.



Tipp 3: Wo, wann und wie findet das erste Treffen mit dem Babysitter statt? 


Persönliches Kennenlerntreffen als zentraler Erfolgsfaktor


Es gilt: das persönliche Kennenlernen ist das A&O im Prozess zum perfekten Babysitter. Da dieser im Zweifel sehr viel Zeit mit einem Kind verbringen wird, sollte auf jeden Fall sichergestellt werden, dass sich Kind und Babysitter verstehen und auch die Eltern mit dem Babysitter auf einer zwischenmenschlichen Ebene gut zurechtkommen.


Tipps für ein erfolgreiches Kennenlerntreffen 


Neben einem Interview-Gespräch (vgl. Punkt 4) ist es deshalb wichtig, dass Babysitter und Kind miteinander agieren und sich kennenlernen. Hier werden die Eltern sehr schnell ein Gefühl dafür bekommen, wie routiniert und liebevoll ein Babysitter in der Betreuung ist. 


Zusätzlich können Eltern auf die folgenden Punkte achten:


  • Kam der Babysitter pünktlich?
  • Macht der Babysitter einen ordentlichen Eindruck?
  • Stellt der Babysitter proaktiv Fragen zum Tagesablauf und den Gewohnheiten des Kindes?
  • Wie spricht der Babysitter mit dem Kind? Laut, leise, ruhig oder aufgeregt? Ein empathischer Babysitter wird seine Sprechweise an das Kind anpassen. 
  • Wie geht der Babysitter auf das Kind zu? Bückt oder kniet er sich hin oder spricht er ?von oben herab??
  • Lässt der Babysitter dem Kind Raum und Zeit, auf ihn zuzukommen?
  • Schafft der Babysitter es, das Vertrauen oder die Neugierde des Kindes zu gewinnen?


Nach unserer Erfahrung nimmt ein Kind einen Babysitter zudem besonders gut an, wenn dieser in seiner Umgangsart den Eltern ähnlich ist, da dieser dem Kind so schnell vertrauter erscheint.


Vereinbarung von mehreren Kennenlerntreffen manchmal empfehlenswert


Wenn es um die Betreuung von sehr kleinen Kindern bis ca. 18 Monate geht, ist es sinnvoll, vor der ersten richtigen Betreuung zwei bis drei Kennenlerntreffen mit dem Babysitter zu verabreden. Während das erste Kennenlernen auch gut in einem Familiencafé oder auf einem Spielplatz stattfinden kann, sollten die weiteren Treffen in der Umgebung der späteren Betreuung ? d.h. bei der Familie zuhause ? stattfinden. Hier sollten sich die Eltern zunehmend aus dem Blickfeld des Kindes bewegen. Das heißt, dass Babysitter und Kind beispielsweise in einem eigenen Raum zu zweit spielen oder der Babysitter das Kind allein ins Bett bringt. Eine erste richtige Betreuung sollte erst dann verabredet werden, wenn sowohl Eltern als auch Babysitter ein gutes Gefühl haben. 

Wenn es sich um ältere Kinder ab 2 Jahren handelt, dann reicht oftmals ein Treffen vor der ersten Betreuung. 

Auch hier gilt: Vertraue Deinem Bauchgefühl. Die Eltern können am besten einschätzen, wann Babysitter und Kind bereit sind. 


Erstes Kennenlernen oft ohne Vergütung möglich


Ein erstes Kennenlernen kann häufig ohne Bezahlung stattfinden (dies sollte jedoch unbedingt vorher mit dem Babysitter geklärt werden); jedes weitere Kennenlerntreffen sollte vergütet werden, da es sich hier nicht mehr um ein Interview, sondern bereits die Anbahnung der ersten Betreuung handelt.

Tipp: Babysitter haben meist kein Wechselgeld dabei. Daher solltest Du das Bargeld passend bereithalten.



Tipp 4: Was sollte man den Babysitter fragen?


Tipps für ein erfolgreiches Interview-Gespräch 


Neben den Beobachtungen, die die Eltern während des Treffens machen, empfiehlt es sich, einige Fragen für das Gespräch mit dem Babysitter vorzubereiten. Im Folgenden haben wir mögliche Fragen zusammengestellt. 


Abfrage der spezifischen Qualifikationen des Babysitters


Je nach Alter und besonderen Bedürfnissen des entsprechenden Kindes können die Fragen sehr unterschiedlich ausfallen.


  • Falls nicht bekannt: Alter des Babysitters (wichtig für die Betreuungszeiten, vgl. Punkt 5)?
  • Hat der Babysitter jüngere Geschwister?
  • Welche Erfahrungen hat der Babysitter mit der Betreuung von (fremden) Kindern?
  • Welche Erfahrungen hat der Babysitter in der Altersgruppe des Kindes?
  • Bringt der Babysitter Zusatzqualifikationen mit, z.B. Erste Hilfe am Kind?
  • Wieso möchte der Babysitter als Babysitter (und nicht in einer Bar) arbeiten?
  • Ist der Babysitter haftpflichtversichert? (vgl. Punkt 5)
  • Wie viel möchte der Babysitter pro Stunde verdienen?
  • Wann hat der Babysitter Zeit für die Betreuung und wann nicht (z.B. Prüfungsphasen bei Studenten)?


Einschätzung von Erfahrungen anhand verschiedener Situationen


Darüber hinaus können einzelne Fragen vorbereitet werden, die die spezifische Erfahrung mit einer Altersklasse testen:


  • Säugling: das Baby schreit, welche Gründe kann es dafür geben?
  • Kleinkind: Auf dem Spielplatz. Wo würde sich der Babysitter aufhalten und wie verhält er sich?
  • Kindergartenkind: Das Kind langweilt sich und möchte fernsehen, wie verhält sich der Babysitter?
  • Grundschulkind: Welche Spiele kennt der Babysitter, um z.B. Mathematik zu üben?
  • Verhalten in Notsituationen


Verhalten im Notfall

Zudem können die Eltern Fragen zum Verhalten des Babysitters in Notsituationen stellen. Das heißt, wie würde sich die Person in den folgenden Situationen verhalten:


  • Kind verbrennt sich an der Herdplatte
  • Kind hat eine Zecke im Fuß
  • Kind ist in eine Scherbe getreten und blutet
  • Kind wirft eine Vase herunter

Diese Fragen sind besonders nützlich, um die gegenseitige Erwartungshaltung in solchen Notsituationen vorab zu klären. 



Tipp 5: Welche rechtlichen Fragen gilt es zu beachten?


Im Folgenden sind einige häufig gestellte und ebenso häufig missachtete rechtliche Fragestellungen in Bezug auf das Babysitting aufgezeigt, die jedoch keine Rechtsberatung ersetzen. [1]


Eingeschränkte Betreuungszeiten bei minderjährigen Babysittern


Bei minderjährigen Babysittern sind einige Anforderungen aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz in Verbindung mit der Kinderarbeitsschutzverordnung zu beachten. Missachtungen können als Ordnungswidrigkeiten oder, in schweren Fällen, auch als Straftaten verfolgt und mit Geldbußen bis zu 15.000 EUR belegt werden.


  • Ein Babysitter muss mindestens 13 Jahre alt sein.
  • Ein Babysitter im Alter von 13 oder 14 Jahren darf nur zwischen 8:00 und 18:00 Kinder betreuen und maximal 2 Stunden täglich.
  • Ein Babysitter im Alter zwischen 15 und 17 Jahren darf nur zwischen 8:00 und 20:00 Kinder betreuen.
  • Eine Beschäftigung vor oder während des Schulunterrichtes ist grundsätzlich untersagt


Schäden im Haus oftmals nicht durch Versicherung abgedeckt


Sofern in der Zeit der Betreuung ein Schaden entsteht, ist der Babysitter für diesen haftbar. Aus diesem Grund sollte vor dem ersten Einsatz geklärt werden, ob der Babysitter eine Haftpflichtversicherung (oder Familienversicherung über die Eltern) besitzt, in denen Schäden bei gelegentlichen Babysitting-Tätigkeiten explizit eingeschlossen sind. Falls dies nicht der Fall ist, gehen die Familien bei der Beschädigung von teuren Gegenständen durch den Babysitter oft leer aus, da dieser den Schadensbetrag persönlich aufbringen müsste. Deswegen gilt: vorher klären und ggf. den Babysitter dazu anhalten, eine Versicherung abzuschließen.

Hinweis: Falls der jeweilige Betreuungsauftrag über Nannio vermittelt wurde, ist der Babysitter für die Betreuungszeiten auch dann (über Nannio) haftpflichtversichert, wenn er keine eigene Versicherung (oder Familienversicherung) hat. 


Anstellung des Babysitters 


Viele Eltern denken, dass eine gelegentliche Aushilfe des Babysitters unter "Freundschaftsdienste" fällt und deshalb eine Anstellung und offizielle Anmeldung des Babysitters nicht notwendig ist. Dies ist gemeinhin nicht korrekt, da ein Freundschaftsdienst in der Regel nur dann vorliegt, wenn die Betreuung unentgeltlich vorgenommen wird. Somit ergibt sich auch für gelegentliches Babysitting die Pflicht der offiziellen Anmeldung. 

Hierfür sind unterschiedliche Modelle zu unterscheiden:


Babysitting als Minijob bis 450 EUR pro Monat


Verdienst bis zu 450 EUR/ Monat: Minijob, anzumelden bei der Minijobzentrale (gilt auch für minderjährige Babysitter), automatische Anmeldung bei der gesetzlichen Unfallversicherung (s.o.). Die Anmeldung kann über den Haushaltscheck vorgenommen werden. 

Der Arbeitgeber im Privathaushalt führt in diesem Modell pauschal Beiträge zur Renten- und gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von jeweils 5 Prozent ab. Dazu kommen (geringe) Umlagebeiträge (z.B. Insolvenzgeldumlage). Ebenso kommen Beiträge zur Unfallversicherung und meist auch eine pauschale Steuer von 2 Prozent hinzu. Weiterführende Informationen gibt es bei der Minijob-Zentrale.


Babysitting mit Verdienst über 450 EUR pro Monat sozialversicherungspflichtig


Verdienst höher als 450 EUR/ Monat: Hat ein Babysitter mehrere Minijobs (dies gilt nur für solche Babysitter, die nicht als Student eingeschrieben sind) oder verdient mehr als 450 EUR pro Monat (dies gilt für alle Babysitter), ist er voll sozialversicherungspflichtig. Das bedeutet, dass die Haushaltshilfe in der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, Renten- sowie Arbeitslosenversicherung versichert werden muss. Die Anmeldung zur Sozialversicherung erfolgt durch den Arbeitgeber bei der zuständigen Einzugsstelle. Die zuständige Einzugsstelle ist die gesetzliche Krankenkasse der Haushaltshilfe. Dort bekommt man auch nähere Informationen zur Höhe der im Einzelnen zu leistenden Abgaben. Zudem muss die Haushaltshilfe beim Unfallversicherungsträger angemeldet werden. Hier kommen dementsprechend einige Melde- und Anmeldungspflichten und höhere Kosten als bei einem Minijob auf die Familie zu. 


Babysitting als selbstständige Tätigkeit für jegliche Einkommenshöhen


Verdienst beliebig: Der Babysitter kann ebenfalls einen Gewerbebetrieb anmelden. Er ist somit selbstständig und stellt regelmäßig Rechnungen an die betreuten Familien. In diesem Fall muss sich der Babysitter selbst um alle Versicherungen kümmern. Zudem muss er sicherstellen, dass er für mehrere Familien gleichzeitig tätig ist, da es sonst zu dem Tatbestand der Scheinselbständigkeit kommen kann (heißt: der Babysitter erhält sein gesamtes Einkommen von derselben Familie). 

Zudem fallen die meisten Babysitter unter die Kleinunternehmer-Regelung. Das heißt, dass sie von der Umsatzsteuer befreit werden können, sofern der maßgebende Umsatz zuzüglich der darauf entfallenden Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr weniger als 17.500 Euro und im laufenden Kalenderjahr vsl. weniger als 50.000 Euro beträgt. In diesem Fall fällt für die Familie zudem keine Mehrwertsteuer auf die zu zahlenden Beträge an. 

Dies ist in der Regel die kostengünstigste Alternative für die Familie, jedoch die aufwändigste und teuerste Alternative für den Babysitter.


Persönliche Haftung bei Schwarzarbeit


Grundsätzlich ist es wichtig, mit dem Babysitter vor der ersten Betreuung zu sprechen und sich gemeinschaftlich über ein Anstellungsverhältnis zu einigen.

Wichtig ist, dass durch jedwede Anstellung ebenfalls eine volle Absicherung bei einem Unfall des Babysitters besteht (Ausnahme Gewerbe: hier muss sich der Babysitter eigenständig um eine Unfallversicherung kümmern). 

Bei Schwarzarbeit hingegen muss die Familie im Falle eines Unfalls des Babysitters auf dem Weg oder im Haus der Familie persönlich voll für die entstehenden Kosten durch den Unfall haften.


Steuerliche Anrechenbarkeit der Babysitting-Kosten


In allen Fällen der Anstellung können zwei Drittel der Kosten für die Kinderbetreuung durch die Familie steuerlich geltend gemacht werden (bis zu 4.000 EUR). Wichtig hierfür ist, dass ein Vertrag zwischen der Familie und dem Babysitter vorliegt, der dem Finanzamt als Nachweis dient. Durch die Steuererstattung können so in den meisten Fällen die Mehrkosten, die durch die Anmeldung des Babysitters verursacht werden, kompensiert werden.


Vertrag mit dem Babysitter


Insbesondere wer die Kosten der Kinderbetreuung steuerlich geltend machen möchte, sollte einen Vertrag mit dem Babysitter abschließen. 

Der Vertrag kann individuell gestaltet werden und sollte Eckpunkte zu den folgenden Themen enthalten:


  • Umfang und Zeit(en) der Betreuung
  • Ort(e) der Betreuung 
  • Vergütung (Achtung: gesetzlicher Mindestlohn einzuhalten)
  • Umgang mit Ausfallzeiten
  • Urlaubsregelung


Mindestlohn für Babysitting


In der Ausgestaltung der Betreuung gilt darüber hinaus zu beachten, dass auch für Haushaltsdienstleistungen grundsätzlich der gesetzliche Mindestlohn von 9,19 EUR (seit 01/2019) im Monat vorgeschrieben ist. Eine Ausnahme hiervor bilden Minderjährige ohne abgeschlossene Ausbildung.



Tipp 6: Welche Informationen benötigt der Babysitter?


Erstellung einer Checkliste für den Babysitter sinnvoll


Trotz eines oder mehrerer ausführlicher Interview-Gespräche mit dem Babysitter lohnt es sich in aller Ruhe eine Checkliste für den Babysitter vorzubereiten, in denen die Eckdaten der Betreuung und wichtige Informationen enthalten sind. Die Checkliste sollte die Familie mit dem Babysitter vor der ersten Betreuung auf jeden Fall im Detail durchsprechen.


Tipps für eine umfassende und vollständige Checkliste


Eine beispielhafte Checkliste kann die folgenden Themen umfassen:


Allgemeines zur Betreuung


  • Abendritual des Kindes 
  • Essenszeiten des Kindes
  • Schlafenszeiten, ggf. Fernsehzeiten
  • Lieblingsbücher, Lieblingsspiele des Kindes
  • Schränke und Schubladen, in denen sich Spiele, Windeln, Essen, Trinken für das Kind befinden


Regeln für die Betreuungszeiten


  • Darf der Babysitter fernsehen, telefonieren etc.?
  • Darf der Babysitter Besuch empfangen?
  • Darf der Babysitter sich Essen/Trinken nehmen?
  • Welche Räume darf der Babysitter betreten, welche nicht?


Wichtige Informationen zum Kind


  • Medikamente, die das Kind einnehmen muss.
  • Allergien des Kindes, die zu beachten sind.
  • Lebensmittelunverträglichkeiten des Kindes.


Notfallinformationen


  • Ort der Hausapotheke und wichtige Medikamente
  • Handynummern der Eltern und ggf. Nachbarn oder Freunde, die in der Nähe wohnen
  • Nummern des Rettungsdienstes und der Feuerwehr, daneben die vollen Namen der Familienmitglieder und die Adresse des Betreuungsortes (zur schnellen Durchgabe bei Notfall)
  • Regeln für einen Notfall unbedingt vorher abklären



Tipp 7: Wie verhalte ich mich vor und nach der ersten Betreuung?


Die erste Betreuung als Stresssituation


Die erste Betreuung ist oft ein sehr spannender Moment. Das erste Mal das Kind einer fremden Person anvertrauen und das erste Mal seit langer Zeit etwas ohne Kind unternehmen. So verlockend das klingt, mit genauso vielen Sorgen wird oftmals der ersten Betreuung entgegengesehen. Macht der Babysitter alles richtig? Wie geht es meinem Kind? Habe ich vergessen, das Lieblingsbuch herauszulegen?


Drei einfache Regeln für eine stressfreie Betreuungszeit


Damit die erste Betreuung nicht in Stress für beide Parteien endet, haben wir im Folgenden ein paar einfache Verhaltensregeln zusammengestellt.


  • Entfernen Sie sich während der ersten Betreuung nicht zu weit von Ihrem Haus, gehen Sie nicht zu lange weg und seien Sie auf jeden Fall erreichbar. Dies gibt sowohl den Eltern als auch dem Babysitter die nötige Sicherheit für die erste Betreuung.


  • Rufen Sie nicht zuhause an, um zu sehen, wie es dem Kind geht. Dies verunsichert Kind und Babysitter und reißt diesen vielleicht aus dem Trösten oder Zu-Bett-Bringen des Kindes heraus. Besser: vereinbaren Sie vor der Betreuung, ob und in welchen Abständen sich der Babysitter bei Ihnen melden soll (z.B. eine kurze Nachricht via WhatsApp oder SMS, dass alles in Ordnung ist)


  • Legen Sie die folgenden Dinge für die erste Betreuung bereit, um den Babysitter auf Notfallsituationen bestens vorzubereiten: Checkliste (vgl. Punkt 6), Kontaktnummern für den Abend (z.B. Restaurant), Versichertenkarte des Kindes, Bargeld für Notfallsituationen, Ersatzschlüssel, Vertrag mit dem Babysitter 


Geschafft! Die erste Betreuung erfolgreich gemeistert! Nun tritt mit jeder weiteren Betreuung mehr Routine ein und die Eltern können sich in Ruhe zurücklehnen und zunehmend mehr auf den Betreuer verlassen.


Abschlussgespräch nach erfolgter Betreuung empfehlenswert


Als kurzes "Debriefing" empfiehlt es sich mit dem Babysitter die folgenden Dinge zu besprechen:


  • Wie war die Betreuungszeit? 
  • Gab es Besuch oder Anrufe?
  • Hat das Kind etwas gegessen? Wenn ja, was?
  • Wie ging es dem Kind während der Betreuung?
  • Hat dem Babysitter etwas gefehlt während der Betreuung


Zum Abschluss sollten Sie insbesondere bei minderjährigen Babysittern klären, dass diese sicher nach Hause kommen (hierzu sind Sie gesetzlich verpflichtet).


Noch Fragen? Melden Sie sich gerne unter hallo@nannio.de bei uns.


Quellen:

[1] Die meisten Informationen aus Kapitel 5 sind der folgenden Quelle entnommen: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Hilfe im Haushalt -  Ihr verlässlicher Wegweiser bei haushaltsnahen Dienstleistungen (https://www.hilfe-im-haushalt.de/fileadmin/user_upload/Docs/BMFSFJ-Hilfe-im-Haushalt-den-Job-ausueben.pdf)



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